Hannas Freiheitskolumne: Digitales Lernen muss Normalität werden

15.5.20

Vor ungefähr acht Wochen blieb für uns die Zeit mit einem Mal stehen. Geschäfte, Schulen und öffentliche Einrichtungen mussten geschlossen werden; der Verkehr auf der ganzen Welt kam zum erliegen. Was anfangs für viele vielleicht eine willkommene Abwechslung darstellte, weil plötzlich wieder mehr Zeit für sich, tiergehende Gespräche mit den Lieben und die Rückbesinnung auf das Grundlegende vorhanden war, entpuppt sich mit der Zeit doch zu einer echten Geduldsprobe. Auch, wer anfangs noch jeden Tag Nachrichten geschaut und sich über die neuesten Corona-Updates belesen hat, wird mittlerweile ernüchtert. Corona ist plötzlich überall, aber andere wichtige Themen wurden dabei verschluckt.

Doch gerade jetzt, wo wir so viel Zeit haben, sollten wir diese dazu nutzen, konstruktiv an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Dass Corona die Schulen vor eine harte Probe stellt, habe ich bereits mehrfach thematisiert. Doch auch wenn die Digitalisierung in dem Zusammenhang für kurze Zeit hoch im Kurs war, ist auch dieses Thema wieder untergegangen. Dabei spüre ich an meiner Schule noch keine digitalen Fortschritte. Stück für Stück besuchen einige von uns mittlerweile den sogenannten Präsenzunterricht, aber trotzdem erhalten wir die meisten Infos per Mail - wenn überhaupt. Deshalb muss daran gearbeitet werden, einheitliche Plattformen für die Schulen zu organisieren - damit geregelter gelernt werden kann. 

Wir brauchen ein einheitliches Dienstprogramm, um an Videokonferenzen teilzunehmen und nicht etliche verschiedene Programme für die einzelnen Fächer. Als ich letztes Jahr in den USA war, hatten wir eine Schulwebsite, auf der ich mit meinen Anmeldedaten auf alle meine Kurse und die dazugehörigen Aufgaben und Noten zugreifen konnte. So viel in den USA momentan auch schiefgehen mag, mit ihrem Digitalstatus lassen sie zumindest ihre Schüler nicht hängen und sorgen auch in dieser Extremsituation für ein bisschen Normalität. Deshalb wird für mich mit jedem Tag deutlicher, wie gewinnbringend eine einheitliche Regelung auch hierzulande wäre. Am Ende des Tages sehnen wir uns mittlerweile alle nur nach ein bisschen Normalität und eben diese könnte deutschen Schülerinnen und Schülern auf die einfachste Weise gegeben werden: mit digitalem Unterricht.

Corona schränkt uns alle ein und stellt uns auf eine der härtesten Proben, was Verzicht und Eigenverantwortung betrifft. Aber statt zuhause zu verzweifeln, sollten wir diese freie Zeit nutzen, um uns aktiv zu überlegen, wie unsere Zukunft aussehen soll und in was für einer Welt wir leben wollen. Denn diese Chance haben wir (hoffentlich) nur einmal. 

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